Nachtspeicherheizung oder Infrarotheizung: Kosten realistisch vergleichen
Zuletzt aktualisiert: August 2026
Was ist günstiger: eine vorhandene Nachtspeicherheizung weiterzubetreiben oder auf Infrarotheizungen umzusteigen? Eine pauschale Antwort wäre unseriös. Entscheidend sind der Wärmebedarf des Gebäudes, der tatsächliche Strompreis, die Nutzung der Räume und die Kosten des Umbaus.
Nachtspeicherheizung ersetzen: Voraussetzungen und Vorgehen
1. Investitionskosten vollständig erfassen
Für einen belastbaren Vergleich gehören nicht nur die Preise der neuen Heizgeräte in die Rechnung. Berücksichtigt werden sollten auch Raumthermostate, elektrische Anschlussarbeiten, eine mögliche Anpassung der Verteilung sowie Ausbau und fachgerechte Entsorgung der alten Speicheröfen. Bei einer Wärmepumpe oder einem zentralen Heizsystem kommen je nach Gebäude weitere Installationsarbeiten hinzu.
Wer die vorhandene Nachtspeicheranlage behält, vermeidet zunächst die Investition. Dafür können bei älteren Geräten Reparaturen, eine unkomfortable Regelung oder ein ungünstiger Tarif langfristig ins Gewicht fallen.
2. Betriebskosten: Wärmebedarf und Tarif sind entscheidend
Nachtspeicher- und Infrarotheizungen nutzen beide Strom als Energieträger. Die jährlichen Kosten ergeben sich im Kern aus dem Strombedarf der Heizung multipliziert mit dem tatsächlich geltenden Arbeitspreis. Ein alter Niedertarif kann günstiger sein als normaler Haushaltsstrom; er muss aber anhand des aktuellen Vertrags, der Zählerkosten und der verfügbaren Ladezeiten geprüft werden.
Eine Infrarotheizung spart nicht automatisch Strom. Vorteile können entstehen, wenn Räume gezielt, zeitlich passend und unabhängig voneinander beheizt werden. Bei dauerhaft hohem Wärmebedarf eines schlecht gedämmten Gebäudes kann ein anderes Heizsystem wirtschaftlicher sein.
3. Nicht nur die Nennleistung vergleichen
Die Wattzahl eines Heizgeräts ist die maximale elektrische Leistung, nicht automatisch der Jahresverbrauch. Maßgeblich sind Laufzeit beziehungsweise Regelbetrieb und der Wärmeverlust des Raums. Für eine erste Abschätzung sollte deshalb zuerst der benötigte Wärmebedarf ermittelt werden.
Wärmebedarf für einzelne Räume berechnen
4. So erstellen Sie einen realistischen Vergleich
- Jährlichen Heizstromverbrauch und Gesamtkosten der bestehenden Anlage aus den Abrechnungen ermitteln.
- Aktuellen Nachtstrom- und Haushaltsstromtarif einschließlich Grund- und Zählerkosten vergleichen.
- Wärmebedarf jedes Raums anhand von Fläche, Bausubstanz und Außenwänden abschätzen.
- Einmalige Kosten für Geräte, Thermostate, Elektroarbeiten, Ausbau und Entsorgung aufnehmen.
- Die geplante Nutzungsdauer und unterschiedliche Nutzung einzelner Räume berücksichtigen.
5. Wann kann die Infrarotheizung wirtschaftlich interessant sein?
Besonders prüfenswert ist sie bei überschaubarem Wärmebedarf, einer sinnvollen raumweisen Regelung, gezielter Nutzung einzelner Zimmer und einer geeigneten Elektroinstallation. Ob sie als Vollheizung oder nur für einzelne Räume passt, muss aus den Gebäudedaten abgeleitet werden.
6. Weiterführende Informationen
Der zentrale Ratgeber Nachtspeicherheizung ersetzen: Voraussetzungen und Vorgehen ordnet die technischen und praktischen Voraussetzungen ein. Wie die bestehende Anlage arbeitet, lesen Sie unter So funktioniert ein Nachtspeicherofen.
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Hinweis: Die Angaben dienen der allgemeinen Orientierung. Ein belastbarer Kostenvergleich erfordert die konkreten Gebäude-, Verbrauchs- und Tarifdaten.






